Tach zusammen

Ziemlich merkwürdig ist das bei mir zZt.
Normalerweise ist es so, ich fahr die Karre hoch, RAM-Auslastung ca. bei 60MB. Dann starte ich die üblichen Programme, die ich halt immer auf hab, also mutt für Mail, ranger als Dateimanager, luakit als Browser usw. Danach liegt die Auslastung so ca. bei 110MB. Normalerweise war es immer so, dass bis dahin der swap noch nicht benutzt wurde, weil das für meine 512MB RAM noch keine zu große Auslastung ist (und das, obwohl ich immer swappiness = 100 eingestellt hab, da sich das bewährt hat). Wenn ich den Rechner dann unberührt gelassen hab, blieb auch alles so.
Jetzt ist es so, ich starte die Programme, anfangs wieder kein Swappen. Aber wenn ich ihn dann so lasse, zB wenn ich halt Musik höre, dann fängt der urplötzlich an zu swappen. Danach ist die RAM-Auslastung zB 40MB und im Swap ist eben der Rest. Wenn ich dann zB dem Browser den Fokus geben will, dann dauert das immer n Weilchen, weil die Daten erstmal vom Swap in den RAM zurück wandern. Hab die swappiness jetzt auch wieder auf default zurückgestellt, also in der sysctl.conf auskommentiert. Es hat sich dadurch etwas verändert, aber das Grundverhalten ist dasselbe.

Ist euch ähnliches auch schon aufgefallen?
Ich habe grad mal 'top' gestartet
Mem:   1033552k total,  1019264k used,    14288k free,    75856k buffers
Swap:  1048572k total,    33756k used,  1014816k free,   645320k cached
Ich weiss es jetzt nicht genau, aber ich meine vor linux 3.0 wurde der swap eigentlich gar nicht benutzt.
(bei etwa den gleichen gestarteten Programmen)
Könnte ähnlich / identisch sein wie bei mir. Wieviel RAM hast du? Hast du in der sysctl.conf was drin bzgl Speicherverwaltung?
Ich versuchs jetzt mal mit swappiness = 0, mal sehn was da passiert.

Ach ja, was ich noch vergessen hab, ich hab auch nachgeschaut, ob in der Beziehung was geändert wurde im neuen Kernel, hab da aber nichts zu gefunden.
in der sysctl.conf habe ich nichts bezüglich swap.

Ich habe 1GB RAM und conky zeigt mir an dass da von 173 MB belegt sind;
mit Openbox, Firefox, Pidgin, Wicd, Thunar, Sakura, Cairo Composite Manager, Tint2 und Obmixer.

Die "top" Ausgabe mit diesen Programmen offen:
Mem:   1033552k total,  1017996k used,    15556k free,    13176k buffers
Swap:  1048572k total,    27804k used,  1020768k free,   826796k cached
//EDIT
mit dem 2.6.39-ARCH sieht die "top" Ausgabe mit den gleichen Programmen offen so aus:
Mem:   1028092k total,   569088k used,   459004k free,    43588k buffers
Swap:  1048572k total,        0k used,  1048572k free,   306696k cached
also kein swap benutzt, allerdings zeigt conky 206 MB an.
Das ist ja so grob das mehr was mit 3.0 geswappt wird.

//EDIT
hm, nach reboot verhält sich 3.0 grad wie 2.6.39-ARCH ... den hatte ich auch nicht länger beobachtet ...
Ich hab jetzt, wie schon angekündigt, die swappiness auf 0 gestellt, da verhält es sich aber noch immer ähnlich. Am meisten bemerk ich es, wenn ich mal ca 30 Minuten ein Video schau und sonst nichts mache. Da ist vorhin zB vorher 137MB im RAM gewesen und 37MB im Swap, nach dem Video war im RAM 90MB übrig und im Swap 60MB. Wo die fehlenden MB hin sind weiß ich nicht, aber dieses Verhalten ist mir völlig fremd.

Weiß jemand mehr darüber bescheid?
Bist Du sicher, dass hier nicht irgendwelche Programme den RAM auch nutzen? Ich sehe bei mir jetzt keine höhere Swap-Nutzung.
Ich werde das mal weiter beobachten, aber ich benutze eigentlich genau die gleichen Programme wie immer und das Verhalten ist, wie oben beschrieben, völlig anders. Ich stell auch mal ne genaue Zusammenfassung zusammen, welche Programme laufen und wie es mit dem RAM aussieht.
*ggg* Den gibts in [testing], das meinstest du wahrscheinlich.
uname -a:
Linux fuckup 3.0-ARCH #1 SMP PREEMPT Thu Jul 28 13:37:15 CEST 2011 x86_64 AMD Athlon(tm) 64 X2 Dual Core Processor 4000+ AuthenticAMD GNU/Linux
top:
Mem:   2059364k total,  1400072k used,   659292k free,    69240k buffers
Swap:  3145724k total,    35080k used,  3110644k free,   683204k cached
htop:
Mem: 634/2011MB
Swp: 34/3071MB
Also kann jetzt nicht behaupten das hier 'krass' geswappt wird. Aktiv sind clementine und FF und clamscan ( -i -r ~/).
25 Tage später
Verstehe die neue Swaping Strategie überhaupt nicht. 2600 MB Frei aber 100 mb im Swap?


=> 100 MB mehr Disk-Cache und weniger langsame Festplattenzugriffe
Weil die Daten auf die Festplatte ausgelagert werden, gibt es weniger Festplattenzugriffe?
Ja das Thema ist noch nicht vorbei. Besonders krass ist es, wenn ich Daten vom Rechner auf ne externe Platte schiebe. Da geht überhaupt nix mehr und merkwürdigerweise wird währenddessen Zeug von laufenden Programmen ausgelagert. Hab n Video mit mplayer angeschaut, während ich ca 8GB verschoben habe. Das hat nie ein Problem gemacht, das Video lief immer normal weiter, evtl kurzes Stocken, mehr nicht. Jetzt ist es so, dass das Video überhaupt nicht weiterläuft, erst wenn der Kopiervorgang vorbei ist, füllt sich der RAM wieder und das Video läuft weiter. Daher schätze ich, dass der mplayer ausgelagert wurde. Anders kann ich mir das nicht erklären. Meine geliebte swappiness=100 ist wohl wirklich Geschichte. Habs jetzt mal alles auf Default gestellt, also auskommentiert in der sysctl.conf. Mal sehn wie es sich jetzt verhält. Oder ich mach mal nochmal swappiness=0...

edit: Ah genau, meine RAM-Auslastung (natürlich abzüglich Cache) ist sehr häufig unterhalb dem Wert gewesen, den ich nach dem Booten habe. Das sind knapp über 50MB, heut Mittag beim Dateien schieben gings auf 40MB runter... voll krass!

Momentan schauts "normal" aus, 179MB im RAM, 71 im Swap. So ähnlich wars bei früheren Kernel mit swappiness=100
Creshal schriebWeil die Daten auf die Festplatte ausgelagert werden, gibt es weniger Festplattenzugriffe?
Der Disk-Cache verhindert Festplattenzugriffe. Übrigens kann auch Swap gecacht sein, so dass die Daten quasi ohne Verzögerung wieder eingelagert werden können. Wenn einige Seiten kaum benutzt werden, wieso sollen die nicht ausgelagert werden, wenn dadurch der Cache mehr Platz bekommt? Übertreiben sollte es der Kernel natürlich nicht und nur weil man Dateien verschiebt alles auslagern, was diesen Vorgang "behindert". Ich hab keine Probleme damit.
fs4000 schriebIch hab keine Probleme damit.
Ich habe auch keine Probleme damit. RAM Auslastung zwischen 200MB und 550MB von 3GB und swap ist immer leer.

@Army: Morgen habe ich eine externe Platte, da versuche ich das mal nach zu bauen.

Edit: Also, egal was ich tue, sawpen tu er bei mir nicht. Habe das auf einem 32bit System getestet.
Also, ich habe hier drei Kisten. Zwei laufen mittlerweile auf x86_64, aber mein Laptop hat leider nur eine 32-Bit-CPU. RAM bei den 64ern ist einmal 1GB (Netbook mit traditioneller Festplatte) und einmal 2GB, Laptop hat 1GB.

Szenario: Ich boote einen Rechner frisch, MPD läuft und spielt Musik ab. htop ist offen und zeigt die IO-Spalte, damit ich sehe, was passiert. Dann ein beherztes:
dd if=/dev/zero of=foo
Auf den 64-Bit-Systemen läuft „cached“ langsam hoch bis der Arbeitsspeicher voll ist. Das war’s dann und nichts weiter passiert, das System verhält sich so, wie ich es erwarten würde, MPD spielt auch weiter. Swap bleibt bei 0MB stehen.

Am 32-Bit-Laptop läuft „cached“ auch hoch, aber sobald der Speicher voll ist, fängt er an zu swappen. Der lagert dann alles mögliche aus, in der IO-Spalte vieler Prozesse wird Aktivität angezeigt und die Musik gerät ins Stocken. Swap geht dann hoch auf 50MB (mehr Programme laufen nicht).

Zufall? Jedenfalls reproduzierbar. Swappiness ist auf Default, also 60. Hatte ich zwischenzeitlich aber auch mal auf 0, was nicht half.
Hallo zusammen,

in meinem Umfeld (Familie und Freunde) laufen 6 Notebooks und 3 Desktops - alle mit neuestem Kernel (3.0.3, plain vanilla, jeweils auf die HW abgestimmt) - sonst aber mit archlinux auf aktuellstem Stand.

RAM von 1 GB bis 8 GB, alle sind mit Swap-Partition eingerichtet. WM ist xfce, dazu die wohl meist üblichen Anwendungen, die auch mal bis zu 1GB Speicher fressen und immer laufen.

Selbst beim Bearbeiten großer Filme (avidemux, >4GB) bzw. mehreren hochauflösenden Bildern (gimp) kann ich kein außergewöhnliches Swappen feststellen - die PC's mit >= 4GB benutzen ihn gar nicht.

Am neuen Kernel sollte es eigentlich nicht liegen, da wäre der Aufschrei sonst schon groß gewesen - scheint wohl eher bei einer (nicht mehr zum neuesten Kernel passenden) Anwendung zu liegen - immerhin hat sich ja doch tiefergreifendes geändert (z.B. kein biglock mehr).

VG, LW.

P.S.: Alles auf x86_64.
fs4000 schrieb Der Disk-Cache verhindert Festplattenzugriffe. Übrigens kann auch Swap gecacht sein, so dass die Daten quasi ohne Verzögerung wieder eingelagert werden können. Wenn einige Seiten kaum benutzt werden, wieso sollen die nicht ausgelagert werden, wenn dadurch der Cache mehr Platz bekommt? Übertreiben sollte es der Kernel natürlich nicht und nur weil man Dateien verschiebt alles auslagern, was diesen Vorgang "behindert". Ich hab keine Probleme damit.
Exakt! Du hattest mich ja eh erst auf die Idee gebracht. Aber dieses Swappen ist ja auch sinnvoll, daher hat sich bei mir bisher swappiness=100 sehr gelohnt. Jetzt übertreibt es der Kernel eben. Ich habs übrigens auch mit dem ck-Kernel ausprobiert, ähnliches / genau gleiches Verhalten.

@Vain, du sagst also, dass dieses übertriebene Swappen nur unter 32bit auftritt? Falls das so ist, dann ... ja, was mach mer da? Ich glaub ich werd mal meinen ersten Bugreport für Linux verfassen, weil das Problem definitiv auftritt. Ich bemerk das halt auch, weil ich die RAM- und Swap-Auslastung immer sehe in conky, viele werden das nicht sehen, sondern eher denken "warum ist meine Kiste auf einmal so langsam?" etc.