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  • Wie "Weihnachtlich" seit ihr?

Mich würde mal interessieren wie wichtig euch weihnachten ist, ob ihr schmückt oder ob euch alles am Allerwerstesten vorbei geht... oder ob euch Weihnachten sogar aufregt.

Ich mach auch gleich mal den Anfang:
Ich mag Weihnachten nicht. Klar, ich mag geschenke, aber wenn jemand einen Grund zum schenken braucht (weihnachten), dann ist das imho keine Nächstenliebe. Der tag ist also ein Fail.

Ich persönlich verschenke zwar auch an Weihnachten, aber wenn ich plötzlich anfange die Geschenke im Sommer zu verteilen, und die im Winter weglasse wird das sehr verwirrend für meine Mitmenschen.
Bei meinem Dad läufts übrigens so ab: Die Kinder bekommen ihre Geschenke am ersten Ferientag, weihnachten gibts nicht. Kein Weihnachtsmann, keine Kirche, kein Gott, kein Jesus - Konsequenter Atheismus.

P.s.: ich bekomm agressionen wenn ich übermäßige Weihnachtsdeko im zusammenhang mit Weihnachtlicher Mucke sehe (bzw höre).
Hey, ich mag deinen Dad 😃
Ich finde Weihnachten anstrengend und bin immer froh, wenn es vorbei ist.

Am schlimmsten finde ich dabei den Weihnachtsstress (vorallem in jeder Groszinnenstadt), die haessliche Deko mit den ganzen baertigen Menschen in weisz/rot plus nerfige Livemusik ueberall, Geschenkestress (wenn mensch sich verpflichtet fuehlt, wem was zu schenken) und letztendlich das Weihnachtsessen, dass eher wie ein Wettbewerb erscheint, die groeszte Leiche in einen Ofen stopfen zu koennen...

Nee, nix fuer mich.
Die einzig wirklich schoenen Dinge dabei sind, wenn mein kleiner Bruder Geschenke auspacken darf und sich wie ein Schneekoenig freut und wenn mensch mal Familie von der anderen Seite des Landes mal wiedersieht, aber das sollte eigendlich auch ohne Weihnachten moeglich sein.

Da ich ein Trennungskind bin und deshalb Weihnachten abwechselnt bei der Familie Muetterlicher- und Vaeterlicherseits verbringe, ist es wirklich sehr praktisch einen Vater zu haben, der genausowenig von Weihnachten haelt, wie mensch selbst.
Letztendlich gibt es immer ein Weihnachtsessen mit Familie und anschlieszend ne Kneipentour bis in die Morgenstunden. Dann finde ich es auch immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen offensichtlich kein Weihnachten feiern und auch in den Kneipen anzutreffen sind 😃

Grad ist mir das alles aber ziemlich egal muss ich sagen, da dort wo ich bin gerade T-Shirtwetter ist (obwohl wir grad nach 00:00 Uhr haben) und keine feiernde Familie in sicht ist. So kann und werde ich Weihnachten einfach ignorieren und ueber die Weihnachtsmaenner lachen, die bei ueber 30 Grad ihre bloeden Kostueme tragen muessen.

Weihnachten stinkt!
Hahaha 🙂 WEIHNACHTEN! *graus*

Wenn ich nicht die männliche Minderheit hier im Haus wäre würde ich es halten wie mein Vater:

Lichterkette kurz abschütteln damit nicht ganz soviel Staub rumliegt und mit Schwung über die große Jukkapalme werfen die im Wohnzimmer steht. Wenn keine Steckdose in der Nähe ist --> Egal, der Wille war da 🙂
The_Muh schriebMich würde mal interessieren wie wichtig euch weihnachten ist, ob ihr schmückt oder ob euch alles am Allerwerstesten vorbei geht...
Letzteres. Aus gewissen privaten Gründen mache ich es dieses Jahr aber mit.
Man muss dem Kommerzkack ja nicht folgen! Natürlich ist das alles sehr aufdringlich usw., so wollen es diese Geldheinis ja auch, die mords das Geld machen wollen. Ich sag nur "Weihnachtsgeschäft" ... schreckliches Wort!

Ich selbst hab mir noch nie Weihnachtsstress "gegönnt", ich schenke den Leuten was, wenn mir danach ist. Bin allgemein ein sehr gebender Mensch, nicht unbedingt materialistisches Zeug, aber alles, was man so als menschlich bezeichnet. Ich würd im Traum net dran denken, jetzt die nächsten verbleibenden ca 3 Wochen von Laden zu Laden zu springen, mein eh knappes Geld für Zeug ausgeben, Hauptsache es ist ausgegeben. Sowas tut vielleicht dem Land wirtschaftlich gut, aber mir nicht, daher lass ich es.

Wenn ich an Weihnachten denk, dann denk ich nicht an bunt glitzerndes Zeug oder irgendwelche bärtige dicke Männer. Ich lass auch nicht zu, dass mich das beeinflusst. Finds natürlich jedes Jahr doof, wenn man schon 1 Monat vor Weihnachten das ganze Weihnachtszeug sieht, aber ... es gibt viele viel schlimmere Sachen zu sehen. Ich denk da eher dran, dass die ganze Familie endlich wieder eine Weile zusammen verbringt. Könnte man natürlich an jedem x-beliebigen Feiertag machen, aber an Weihnachten ist das einfach am besten. Hängt natürlich damit zusammen, dass da quasi alle frei haben. Und es entspricht meiner Meinung nach auch dem Geist von Weihnachten, eben das, worauf es letztendlich wirklich an kommt, nämlich mit seinen Liebsten zusammen zu sein und es zu genießen.

So in etwa ist für mich Weihnachten 😉
Hängt natürlich damit zusammen, dass da quasi alle frei haben. Und es entspricht meiner Meinung nach auch dem Geist von Weihnachten, eben das, worauf es letztendlich wirklich an kommt, nämlich mit seinen Liebsten zusammen zu sein und es zu genießen.
Kann ich dir nur beipflichten. Meine Familie ist ab März/April 2010 nun komplett in Deutschland verstreut und somit sieht man sich nicht mehr so häufig.
Kleiner Nachtrag:
Familiäres... na gut, das ist bei uns ein bischen Tricky... ich werd dieses Jahr wohl bei meinem Vater verbringen, da gibts auch die Geschenke einen Tag früher... Richtige Familien-feiern wie im Bilderbuch gibts eigentlich nur an den Geburtstagen meiner Großeltern, da bei meinem Großeltern alle bestehenden Familien-zweige zusammenlaufen (logisch, nech?).
Weihnachten? wer braucht das?

@aze - Sehr interressanter Artikel, dieser bestaetigt meine Meinung dazu - Danke dafuer 🙂
Moin.

Kleine Vorgeschichte hierzu:
Meine Heimatstadt ist mittlerweile Erfurt, bin im August diesen Jahres mit meiner Süßen hier her gezogen. Und das traditionelle Ambiente der Innen- bzw. Altstadt hat sein ganz eigenes Flair. Da kommt man schlicht nicht drumrum, sich in einer ganz wunderbaren, zufriedenen Stimmung zu befinden, wenn man so durch die Straßen und Gassen schlendert. Es ist hier auch bei Weitem nicht so extrem kommerzlastig wie anderswo (Erfahrung), und der Weihnachtsmarkt, eingeschlossen von traditionellem Baustil samt Dom, ist schlicht und ergreifend eine Wucht. Ich war schon in vielen deutschen Großstädten, aber außer in Leipzig und Dresden... Vll. noch München und Nürnberg, da war ich allerdings noch nie... Kann ich es mir auch nicht vorstellen, Weihnachten oder andere traditionsbezogene "Phasen" mit einer solchen, ja, Genugtuung zu erfahren.

Was ich damit sagen will: Weihnachten an sich mit seinem kirchlichen Hintergrund, Buckel-Kommerz usw. ist an und für sich auch für mich nichts Besonderes, aber es kommt wohl schlicht auf die Umgebung und das Feeling an, welches diese bietet. Für mich spielen in dieser Hinsicht Impressionen und Bilder eine ganz große Rolle. Ich kann aber auch diejenigen verstehen, die, wie auch den Rest des Jahres, zur Weihnachtszeit wie Fremdgesteuerte mit Tunnelblick durch die Botanik wandern. Leben wohl am falschen Fleck. 😛

Ich sprach weiter oben von Bildern... Hier eines meiner selbstgemachten, um zumindest ansatzweise zu verdeutlichen, was ich meine:

http://img5.imagebanana.com/img/5m4y84c2/domplatz.JPG

(Hatte leider kein Stativ zur Hand, aber ein öffentlicher Mülleimer tut's notgedrungen auch. 😃)

Liebe Grüße,
olliander
The_Muh schrieb[...]Konsequenter Atheismus.
Auch eine Form von Glauben.
Pjotr schriebdas Weihnachtsessen, dass eher wie ein Wettbewerb erscheint, die groeszte Leiche in einen Ofen stopfen zu koennen...
Mhm ... Ich mag Polemik, aber jetzt hast Du mir Hunger gemacht.

Ich persönlich bin ungläubig (oder besser: unwissend) und halte nicht allzu viel von Weihnachten, wie es mir in der Gesellschaft begegnet -- mache es aber trotzdem in einem geringen Rahmen mit. In genau dem Rahmen nämlich, in dem es Menschen, die gut zu mir sind, etwas bedeutet. Also bekommt meine Oma von mir ein kleines Weihnachtsgeschenk, einfach weil es ihr Freude macht und sie (ohne selbst sonderlich gläubig zu sein) Weihnachten aus traditionellen Gründen (Kindheitserinnerungen etc.) ein bisschen feiert.

Was ich persönlich hasse sind allerdings beispielsweise diese Weihnachtsmänner, die man seit ein paar Jahren an den Fassaden hängen sieht.
danlei schrieb
The_Muh schrieb[...]Konsequenter Atheismus.
Auch eine Form von Glauben.
Wieso denken das alle? Atheismus bedeutet, nicht zu glauben. Es bedeutet nicht:
"An Nichts glauben" oder "An das Nichts glauben" oder sowas in der Art. Ich glaube einfach nicht (zumindest im weiterem Religiösen sinne. "Ich glaube..." als Metapher für "ich bin mir nicht sicher, aber ich vermute..." im bezug auf tatsachen (außerhalb Religiöser Kontexte) zählt dazu allerdings nicht).

Und, wenn ich "Konsequenter Atheismus" sage, meine ich die vermeidung aller Religiöser riten / bräuche im Alltag. Mehr nicht (es gibt auch keine Atheistischen Riten, außer nartürlich das Nicht-beten, das Nicht-in-die-kirche-gehen und das nicht-glauben -.-').
The_Muh schriebWieso denken das alle?
Weil Atheismus meistens eben so verstanden wird: Den Glauben an die Nichtexistenz eines Numen. Um Missverständnisse vorzubeugen, kann man sich auch als Agnostiker bezeichnen.
Ich sehe das wie fast alle hier (was für ein zufall 🙂 ), ich gebe nichts auf Weihnachten, ich lehne jedes Fest (Auch Geburtstage) kategorisch ab. Wer einen Feiertag braucht um anderen nutzlosen krempel zu schenken bzw. gutes zu tun, und meint, er erfreut andere damit, der tut mir echt leid.

Ich könnte echt auf diesen ganzen Scheiss verzichten. Ich wüsste nicht mal was ich mir wünsche. Aber Klamotten tun es notgedrungen auch. Meine ganze Familie stäubt sich leider, mir nichts zu schenken 🙁

Das einzig schöne an Weihnachten ist die damit einhergehende Romantik.
(Nein, keine Plastikweihnachtsmänner in den Fenstern) Halt klassisches Zeug wie Kerzen (keine Pyramiden!).
Aber es gibt viele Momente im Jahr, die derbe romantisch sind, und nichts mit wer-kann-am-meisten-strom-verpulvern-contests zu schaffen haben. Und auch nichts mit einer dazugehörigen Produktoffensive der Unternehmen.
Kinch schriebDen Glauben an die Nichtexistenz eines Numen. Um Missverständnisse vorzubeugen, kann man sich auch als Agnostiker bezeichnen.
Es gibt ja schon einen Unterschied zwischen Agnostiker und Atheist. Ein Agnostiker weiss nichts über die Existenz und ein Atheist glaubt nicht dran.
portix schrieb
Kinch schriebDen Glauben an die Nichtexistenz eines Numen. Um Missverständnisse vorzubeugen, kann man sich auch als Agnostiker bezeichnen.
Es gibt ja schon einen Unterschied zwischen Agnostiker und Atheist. Ein Agnostiker weiss nichts über die Existenz und ein Atheist glaubt nicht dran.
Laut R. Dawkins gibts eigentlich keinen, er hat das ganze in Stufen eingeteilt, die ich leider nicht mehr auf die reihe bekomme. Generell war es so, das eigentliche alle glaubensformen agnostik sind. Agnostiker ist ja, wer sagt, das es genauso wahrscheinlich wie unwahrscheinlich ist das ein Gott existiert. Atheisten ordnen der Wahrscheinlichkeit das Gott existiert einen kleineren prozentsatz zu (laut R. Dawkins 0,1 - 5%), theisten einen großen (>80%) und für fanatiker ist es Absolut (100%) das Gott existiert.
Ob und wie diese einteilung zutrifft bleibt jedem selbst überlassen. für mich ist die existenz eines Gottes ausgeschlossen (0,00%), aber ich bin kein fanatiker.. wer mir den logischen beweis für die existenz gottes vorbringt, der darf mir auch zugucken wie ich brav in die Kirche gehe und bete =P
Kinch schriebUm Missverständnisse vorzubeugen, kann man sich auch als Agnostiker bezeichnen.
Na ja. Ein Atheist ist der Grundauffassung, dass es keinen Gott gibt, ein Agnostiker weiß nicht, ob es ihn gibt. Zwischen dem Ablehnen eines Gottes (in welcher Form auch immer) und dem Nichtwissen um die Existenz eines Gottes (welcher Form auch immer) liegen allerdings einige Stufen 🙂

… und wo wir gerade dabei sind, unseren (Nicht-)Glauben zu offenbaren: Ich bin bekennender, analytischer Atheist.
"Ich glaube..." als Metapher für "ich bin mir nicht sicher, aber ich vermute..."
Was wäre nun ein schönes Synonym für "vermuten"? Glauben bedeutet nicht zwangsläufig, den unerschütterlichen Glauben eines überzeugten Christen haben zu müssen. Glaube, Vermutungen, Meinungen sind letztlich alle δὀξα.
Und, wenn ich "Konsequenter Atheismus" sage, meine ich die vermeidung aller Religiöser riten / bräuche im Alltag.
Schön und gut, aber hier wäre es von Nöten, auch den philosophischen vom religiösen Gottesbegriff, also den Glauben an etwas "Absolutes" vom Glauben an den Herrn mit Rauschebart, der gerne angebetet werden möchte und Dinge wie Nächstenliebe verordnet, vorzunehmen. Ersterer zieht genausowenig Riten nach sich, wie der Glaube, dass es keinen Gott gebe.
Wer einen Feiertag braucht um anderen nutzlosen krempel zu schenken bzw. gutes zu tun, und meint, er erfreut andere damit, der tut mir echt leid.
Was ist mit dem, der weiß, dass er andere damit erfreut?
Laut R. Dawkins [...]
Du wirst immer jemanden zu jedem Thema der Philosophie finden, der genau das Gegenteil vom Behaupteten vertreten hat und mithin ein ebensoschönes, gegensätzliches Zitat auftrumpfen können. Dawkins hin, Dawkins her.
wer mir den logischen beweis für die existenz gottes vorbringt
Beweis, soso ... Liebst Du Deine Mutter? (oder Irgendjemanden?) Kannst Du es mir beweisen? Sind alle Dinge beweisbar, ist Gott für Menschen erfassbar? Sind wissenschaftliche "Tatsachen" bewiesen? Kennst Du Popper, oder auch nur das Induktionsproblem?

Eines möchte ich Euch mal klar sagen: Welcher (Einzel-)Wissenschaftler auch immer sich dazu herabläßt, Aussagen über Transzendentes, Metaphysisches zu machen (das verneinen ist eine Aussage), der ist genau ab diesem Moment nicht mehr Wissenschaftler, sondern (Hobby-)Philosoph. Das ist wichtig zu erkennen!

Ich wollte eigentlich gar nicht mehr auf den ganzen Kram antworten, aber ich kanns manchmal nicht lassen, obwohl ich es so oft durchkaue. Diesmal lass ichs aber bei dieser Antwort wirklich bewenden und schließe mit Sokrates:

οἶδα οὐκ εἰδώς

(Und selbst das wäre bei einer genauen Erkenntnistheoretischen Untersuchung problematisch 😉 )

Für Menschen ist es oft schwer zu akzeptieren, nicht alles wissen zu können -- sicher soll man Fragen stellen und Antworten zu finden versuchen, aber man erliegt doch oft der Schwäche, die Schmach des Unwissens durch pseudowissenschaftliche Aussagen zu mildern.

Soweit das Wort zum Donnerstag, Amen.
danlei schriebWelcher (Einzel-)Wissenschaftler auch immer sich dazu herabläßt, Aussagen über Transzendentes, Metaphysisches zu machen (das verneinen ist eine Aussage), der ist genau ab diesem Moment nicht mehr Wissenschaftler, sondern (Hobby-)Philosoph.
Aber er lässt sich herab 😉
Dirk Sohler schriebAber er lässt sich herab 😉
Schön, dass jemand meine kleinen Spitzen wahrnimmt 🙂